Für ein Neubau „for the many, not the few“.

Bezirksvorsteher Markus Reiter von den Grünen hat dem Falter ein Interview gegeben, wie sich unser Bezirk entwickeln soll („Willkommen in Neubau Mitte“ im Falter 43/20). Wir stellen seiner Vorstellung, unsere Vorstellung eines Bezirkes für alle Menschen, unabhängig vom Einkommen, entgegen:

Neubau ist ein lebenswerter Bezirk, dank vieler Maßnahmen und Projekte, die in den letzten Jahren umgesetzt wurden. Viele davon wurden von uns in der Bezirksvertretung mitgetragen. Aber während für einige die Lebensqualität stetig steigt, wird ein gutes Leben für viele in Zeiten einer Gesundheits- und Wirtschaftskrise immer schwerer zu erreichen.

Ein neues Stadtzentrum zu werden ist ein netter Wunsch. Wichtiger als Prunkstraßen und grüne Tore wäre es allerdings sich zu überlegen, wie man die Lebensrealität der Menschen verbessern kann, die nicht auf die Butterseite des Lebens gefallen sind. Menschen in Armut und in beengten Wohnverhältnissen, die prekär beschäftigt und von Arbeitslosigkeit betroffen sind, gibt es in Neubau mehr, als die klischeehafte Darstellung einiger oft vermuten lässt. Aufgabe der Politik ist es, sich um diese Menschen zu kümmern und ihnen ein besseres Leben zu ermöglichen. Das beginnt bei der Bundespolitik mit Maßnahmen wie einer Erhöhung des Arbeitslosengeldes. Es geht über die Landespolitik mit der Schaffung von leistbaren Wohnraum, wie es die Stadt Wien im ehemaligen Sophienspital macht. Und dieses Prinzip sollte genauso in der Bezirkspolitik gelebt werden. Als SPÖ Neubau organisieren wir zum Beispiel regelmäßig einen Lernclub für benachteiligte Kinder und einen Sozialberatungsbrunch zum Thema Mieten, Arbeitsverträge und soziale Absicherung.

Wenn in Neubau das Budget weiterhin vor allem für schicke Stadtprojekte ausgegeben wird, passiert genau das wovor Bezirksvorsteher Markus Reiter selber warnt: „die Ausbreitung des Habsburger Disneylands über den Spittelberg hinaus“. Das kann nicht das Ziel von sozial gerechter Politik sein, diese muss vor allem benachteiligte Bezirksteile umfassen und im Sinne einer Community-Arbeit viel mehr die soziale Frage stellen.